Reisen mit Allergie: Allergiekarte in 15 Sprachen
Kurz gesagt: Vor einer Reise mit Lebensmittelallergie: Notfallplan mit dem Arzt prüfen, Adrenalin-Autoinjektoren einpacken und die lokalen Wörter für Ihre Allergene lernen. Eine gute Allergiekarte nennt Ihre Allergene in der Landessprache, erklärt, dass auch Spuren und Kreuzkontakt zählen, und wird vor der Bestellung gezeigt. In der ganzen EU müssen Restaurants über die 14 Hauptallergene informieren.
Urlaub mit Lebensmittelallergie ist gut machbar, braucht aber Vorbereitung. Die größte Hürde ist meist nicht das Supermarktregal, sondern die Speisekarte in einer fremden Sprache und ein Kellner, der „Sellerie" nicht versteht. Eine gut gemachte Allergiekarte schließt diese Lücke.
Vor der Reise
- Ärztliche Beratung. Besprechen Sie die Reise mit Ihrer Allergologin oder Ihrem Allergologen. Lassen Sie sich bei schweren Allergien zwei Adrenalin-Autoinjektoren verschreiben und den Notfallplan aktualisieren.
- Attest auf Englisch. Ein ärztliches Attest hilft an der Sicherheitskontrolle und bei Ärzten im Ausland.
- Medikamente ins Handgepäck. Notfallmedikamente gehören nicht in den Koffer. Fragen Sie vorab bei Ihrer Fluggesellschaft nach den Regeln, auch zum Essen an Bord.
- Unterkunft wählen. Eine Ferienwohnung mit Küche gibt Ihnen mehr Kontrolle als reine Restaurantverpflegung.
- Notrufnummer notieren. In der EU ist das die 112, in der Schweiz 144, in den USA 911.
- Patientenorganisationen fragen. DAAB und DZG haben Tipps und teils Listen geeigneter Restaurants; Zöliakie-Gesellschaften im Reiseland oft auch.
Was auf eine gute Allergiekarte gehört
Eine Allergiekarte ist eine kurze, höfliche Erklärung in der Landessprache, die Sie dem Personal zeigen. Sie sollte enthalten:
- Die Allergene in klaren, landesüblichen Worten. Nicht nur „Nüsse", sondern „Haselnüsse, Walnüsse, Cashewkerne", und bei Bedarf auch Öle und Pasten.
- Den Hinweis auf Kreuzkontakt. Zum Beispiel: Auch kleine Mengen, gemeinsames Frittierfett, Schneidebretter oder Pfannen können eine Reaktion auslösen.
- Eine konkrete Bitte. Etwa: „Bitte fragen Sie in der Küche nach und sagen Sie mir ehrlich, wenn Sie es nicht sicher wissen."
- Für schwere Allergien: „Im Notfall rufen Sie bitte den Rettungsdienst. Ich habe ein Adrenalin-Notfallset dabei."
- Einen Dank. Freundlichkeit öffnet Küchentüren.
Wichtig: Eine Karte ersetzt nicht das Gespräch. Wenn das Personal unsicher wirkt oder die Frage abwinkt, ist es sicherer, woanders zu essen.
Ihre Rechte in der EU
In allen 27 EU-Staaten gilt die LMIV. Restaurants, Imbisse, Hotels und Bäckereien müssen auch bei unverpackten Speisen über die 14 Hauptallergene informieren (Art. 44). Wie das geschieht, regeln die Länder unterschiedlich: Manche verlangen eine schriftliche Liste, andere erlauben mündliche Auskunft. Sie haben also das Recht zu fragen, und die Liste der Allergene ist in der ganzen EU dieselbe. Allergene außerhalb dieser 14, etwa Kiwi oder Buchweizen, sind nicht abgedeckt.
Außerhalb der EU gelten andere Regeln. In den USA gibt es zum Beispiel keine bundesweite Pflicht für Restaurants, und Sellerie, Senf oder Lupine sind dort keine Hauptallergene.
Im Restaurant
- Kommen Sie wenn möglich außerhalb der Stoßzeiten.
- Zeigen Sie die Karte vor der Bestellung, nicht erst beim Servieren.
- Fragen Sie gezielt nach Soßen, Brühen, Dressings, Frittierfett und Desserts.
- Einfache Gerichte (gegrillt, gedünstet, wenige Zutaten) sind leichter einzuschätzen.
- Bei Zöliakie: Fragen Sie nach separatem Nudelwasser, Toaster und Frittierfett.
Im Supermarkt im Ausland
In der EU stehen die Allergene überall fett in der Zutatenliste, nur eben in der Landessprache. Merken Sie sich die Wörter für Ihre Allergene oder nutzen Sie eine App, die das Etikett übersetzt und markiert.
Packliste für Allergiker
- Zwei Adrenalin-Autoinjektoren (falls verordnet), Antihistaminikum und weitere Notfallmedikamente im Handgepäck
- Anaphylaxie-Notfallplan und ärztliches Attest, idealerweise auch auf Englisch
- Allergiekarte in der Landessprache, digital und ausgedruckt
- Eigene Snacks für Anreise und die ersten Tage
- Kopie der Krankenversicherungskarte; für Reisen außerhalb der EU eine Reisekrankenversicherung prüfen
- Adresse des nächsten Krankenhauses am Urlaubsort
Im Notfall
Bei Anzeichen einer Anaphylaxie setzen Sie sofort den Adrenalin-Autoinjektor ein und rufen die lokale Notrufnummer. Legen Sie sich hin (bei Atemnot aufrecht sitzen) und lassen Sie sich nicht allein. Nach dem Einsatz eines Autoinjektors gehört jeder Betroffene in ärztliche Behandlung.
So hilft IngrediLens
IngrediLens enthält eine kostenlose Allergiekarte fürs Restaurant in 15 Sprachen, die Ihre ausgewählten Allergene und einen Hinweis auf Kreuzkontakt in der Landessprache zeigt. Im Supermarkt scannen Sie Etiketten auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Portugiesisch, die App markiert Ihre Allergene und Spurenhinweise. Alles funktioniert ohne Konto, die Daten bleiben auf dem Gerät. IngrediLens ist kein Medizinprodukt und kann etwas übersehen: Fragen Sie immer nach und prüfen Sie die Packung.
Kostenlose Allergiekarte fürs Restaurant (15 Sprachen)
Erstelle, drucke oder speichere eine Karte, die dem Restaurantpersonal im Ausland deine Lebensmittelallergien erklärt.
Kostenloses Tool öffnenEtiketten mit IngrediLens prüfen
Halte die iPhone-Kamera auf die Zutatenliste und IngrediLens markiert deine gewählten Allergene und „Kann … enthalten“-Hinweise. Kostenlos starten, kein Konto, deine Daten bleiben auf dem Gerät.
Im App Store ladenHäufige Fragen
Was sollte auf einer Allergiekarte stehen?
Ihre Allergene in klaren Worten, der Hinweis, dass auch Spuren oder Kreuzkontakt gefährlich sein können, eine höfliche Bitte an die Küche und bei schweren Allergien, was im Notfall zu tun ist.
Müssen Restaurants im EU-Ausland über Allergene informieren?
Ja. In allen EU-Ländern gilt die LMIV, nach der auch bei unverpackten Speisen über die 14 Hauptallergene informiert werden muss.
Darf ich meinen Adrenalin-Autoinjektor im Handgepäck mitnehmen?
In der Regel ja, benötigte Medikamente sind erlaubt. Nehmen Sie ein ärztliches Attest mit und fragen Sie vorab bei Ihrer Fluggesellschaft nach.
Welche Notrufnummer gilt im Urlaub?
In allen EU-Ländern die 112, in der Schweiz zusätzlich 144, in den USA und Kanada 911. Prüfen Sie die Nummer Ihres Reiseziels vor der Abreise.