E-Nummern erklärt: Was Zusatzstoffe auf dem Etikett bedeuten
Kurz gesagt: Eine E-Nummer ist der Code eines in der EU zugelassenen Zusatzstoffs, zum Beispiel E 330 für Citronensäure; auf dem Etikett steht die Funktion gefolgt von Name oder E-Nummer. Die meisten Zusatzstoffe sind keine Allergene, einige stammen aber aus Allergenen, etwa Lecithin aus Soja oder Ei oder Lysozym (E 1105) aus Ei, und dann muss die Quelle hervorgehoben werden.
E 330, E 471, E 202: Wer Zutatenlisten liest, stolpert ständig über E-Nummern. Viele verbinden sie mit „Chemie" und wollen sie meiden. Tatsächlich steckt hinter jeder E-Nummer ein zugelassener und bewerteter Zusatzstoff, vom Vitamin C (E 300) bis zur Zitronensäure (E 330). Für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten sind einige wenige davon besonders wichtig.
Was eine E-Nummer ist
Zusatzstoffe sind Stoffe, die einem Lebensmittel aus technologischen Gründen zugesetzt werden: zum Konservieren, Färben, Süßen, Verdicken oder Emulgieren. In der EU regelt die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008, welche Zusatzstoffe in welchen Lebensmitteln und in welchen Mengen erlaubt sind (sogenannte Unionsliste).
Das „E" steht für Europa. Eine E-Nummer erhält ein Stoff erst, wenn er von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet und zugelassen wurde. Die EFSA überprüft bereits zugelassene Stoffe regelmäßig neu. Ein Beispiel dafür ist Titandioxid (E 171): Es ist seit 2022 in der EU nicht mehr als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen, weil die EFSA Bedenken nicht ausräumen konnte.
Wie Zusatzstoffe auf dem Etikett stehen
Nach der LMIV steht vor dem Zusatzstoff sein Klassenname, danach entweder die E-Nummer oder der Name:
- „Säuerungsmittel: Citronensäure" oder „Säuerungsmittel: E 330"
- „Emulgator: Lecithine (Soja)"
- „Farbstoff: E 160a"
Die Nummern sind nach Gruppen geordnet:
| Bereich | Funktion (vereinfacht) |
|---|---|
| E 100–E 199 | Farbstoffe |
| E 200–E 299 | Konservierungsstoffe, Säuerungsmittel |
| E 300–E 399 | Antioxidationsmittel, Säureregulatoren |
| E 400–E 499 | Verdickungsmittel, Emulgatoren, Stabilisatoren |
| E 500–E 599 | Säureregulatoren, Trennmittel |
| E 600–E 699 | Geschmacksverstärker |
| E 900–E 999 | Überzugsmittel, Süßungsmittel, Gase |
| E 1000 und höher | Weitere Stoffe, z. B. modifizierte Stärken |
Die Einteilung ist eine Orientierung, keine feste Regel.
E-Nummern, die für Allergiker wichtig sind
| E-Nummer | Stoff | Warum relevant |
|---|---|---|
| E 220–E 228 | Schwefeldioxid und Sulfite | Hauptallergen ab 10 mg/kg; Reaktionen v. a. bei Asthma möglich |
| E 322 | Lecithine | Können aus Soja oder Ei stammen; Quelle muss dann hervorgehoben werden |
| E 1105 | Lysozym | Aus Hühnereiweiß, z. B. in manchen Hartkäsen |
| E 306 | Tocopherole | Aus Soja möglich, aber von der Allergenkennzeichnung ausgenommen |
| E 1404–E 1452 | Modifizierte Stärken | Wenn aus Weizen, muss das angegeben werden |
| E 120 | Karmin (Echtes Karmin) | Aus Schildläusen; selten allergische Reaktionen beschrieben |
| E 966 | Lactit | Aus Milchzucker, aber von der Allergenkennzeichnung ausgenommen |
Gut zu wissen: Milchsäure (E 270) und Lactate (E 325–E 327) stammen in aller Regel nicht aus Milch.
Gesetzliche Warnhinweise
Für einige Zusatzstoffe schreibt das EU-Recht Hinweise auf der Verpackung vor:
- Bestimmte Azofarbstoffe (E 102, E 104, E 110, E 122, E 124, E 129): „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen."
- Aspartam (E 951) und Aspartam-Acesulfamsalz (E 962): „Enthält eine Phenylalaninquelle." Wichtig für Menschen mit Phenylketonurie.
- Polyole wie Sorbit oder Maltit in größeren Mengen: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken."
E-Nummern und Unverträglichkeiten
Manche Menschen reagieren auf Zusatzstoffe, ohne dass eine klassische Allergie vorliegt, zum Beispiel auf Sulfite, bestimmte Farbstoffe oder Benzoate. Ob ein Zusatzstoff Ihre Beschwerden auslöst, lässt sich nicht durch Weglassen auf eigene Faust klären. Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch und die Abklärung bei Ärztin, Arzt oder Ernährungsfachkraft helfen weiter.
Alle E-Nummern nachschlagen
Eine vollständige Übersicht mit Namen, Funktion und Hinweisen finden Sie in unserer E-Nummern-Liste.
Mythen rund um E-Nummern
- „Ohne E-Nummern" heißt nicht ohne Zusatzstoffe. Hersteller dürfen statt der E-Nummer den Namen angeben, etwa „Ascorbinsäure" statt E 300.
- „Natürlich" und „künstlich" sagen wenig. Viele E-Nummern sind natürlichen Ursprungs, etwa Pektin (E 440) aus Äpfeln oder Lecithin (E 322) aus Sonnenblumen.
- Aromen haben keine E-Nummer. Sie sind in einer eigenen Verordnung geregelt und werden als „Aroma" angegeben. Allergene in Aromen müssen trotzdem gekennzeichnet werden.
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Im App Store ladenHäufige Fragen
Was bedeutet das E in E-Nummer?
Es steht für Europa. Eine E-Nummer erhält ein Zusatzstoff, der in der EU zugelassen ist und von der EFSA bewertet wurde.
Sind E-Nummern schädlich?
Zugelassene Zusatzstoffe gelten in den festgelegten Mengen als gesundheitlich unbedenklich für die Allgemeinbevölkerung. Einzelne Menschen können aber auf bestimmte Stoffe reagieren, etwa auf Sulfite.
Welche E-Nummern sind für Allergiker wichtig?
Zum Beispiel Sulfite (E 220 bis E 228), Lecithin (E 322, wenn aus Soja oder Ei) und Lysozym (E 1105, aus Ei). Die Allergenquelle muss dann hervorgehoben werden.
Muss die E-Nummer oder der Name angegeben werden?
Beides ist erlaubt. Vor der Angabe steht der Klassenname, etwa „Konservierungsstoff: E 202“ oder „Konservierungsstoff: Kaliumsorbat“.