Versteckte Milch: Molke, Kasein & Co. auf dem Etikett
Kurz gesagt: Milch kann als Kasein, Molke, Laktose, Butter, Sahne, Quark oder Milchpulver auf dem Etikett stehen. Milchallergie und Laktoseintoleranz sind verschiedene Dinge: Laktosefreie Produkte enthalten weiterhin Milcheiweiß und sind nicht milchfrei. Nach der LMIV muss Milch in der Zutatenliste hervorgehoben werden.
Milch steckt in erstaunlich vielen Produkten: in Wurst, Brot, Chips, Gewürzmischungen und Fertigsoßen. Wer eine Milcheiweißallergie hat oder ein Kind mit Kuhmilchallergie versorgt, muss deshalb genau lesen. Gleichzeitig wird Milchallergie oft mit Laktoseintoleranz verwechselt, mit Folgen beim Einkauf.
Allergie oder Intoleranz: ein wichtiger Unterschied
Milchallergie (Kuhmilcheiweißallergie): Das Immunsystem reagiert auf Milcheiweiße wie Kasein oder Molkenproteine. Schon kleine Mengen können Reaktionen auslösen, von Hautausschlag bis zur Anaphylaxie. Betroffene müssen Milcheiweiß meiden, auch Spuren nach ärztlicher Empfehlung.
Laktoseintoleranz: Das Enzym Laktase fehlt oder ist vermindert. Milchzucker wird im Dünndarm schlecht gespalten, was zu Blähungen oder Durchfall führen kann. Das ist unangenehm, aber keine Immunreaktion. Viele Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen kleine Mengen Laktose.
Für den Einkauf heißt das: „laktosefrei" ist nicht „milchfrei". Laktosefreie Milch, laktosefreier Joghurt oder lange gereifter Hartkäse enthalten weiterhin Milcheiweiß.
Was die LMIV vorschreibt
„Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose)" gehören zu den 14 Hauptallergenen. Sie müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden. Bei Begriffen, die nicht eindeutig auf Milch verweisen, etwa „Molke" oder „Kasein", muss die Herkunft klar sein, zum Beispiel „Molke (aus Milch)" oder „Milcheiweiß". Ausgenommen sind nur Molke für Destillate und Lactit.
Zutaten, die Milch enthalten
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Molke, Molkenpulver, Molkeneiweiß | Flüssiger Teil der Milch |
| Kasein, Caseinat (Natrium-, Calcium-) | Hauptmilcheiweiß |
| Laktose, Milchzucker | Milchzucker |
| Laktalbumin, Laktoglobulin | Molkeneiweiße |
| Butter, Butterreinfett, Butterschmalz, Ghee | Milchfett |
| Sahne, Rahm, Schmand, Crème fraîche | Milchprodukte |
| Quark, Topfen, Joghurt, Kefir, Buttermilch | Milchprodukte |
| Magermilchpulver, Vollmilchpulver | Getrocknete Milch |
| Käse, Mozzarella, Ricotta, Paneer | Auch Ziegen- und Schafkäse |
Topfen ist der österreichische Name für Quark, Rahm der Schweizer und süddeutsche für Sahne.
Begriffe, die keine Milch sind
- Milchsäure (E 270), Lactate (E 325–E 327): in der Regel nicht aus Milch
- Kakaobutter: reines Pflanzenfett
- Kokosmilch, Mandel-, Hafer-, Sojadrink: pflanzlich (Achtung: andere Allergene möglich)
- Erdnussbutter: keine Milch, aber Erdnüsse
Diese Begriffe sind trotzdem ein guter Anlass, das ganze Etikett zu lesen, weil das Produkt an anderer Stelle Milch enthalten kann.
Wo Milch oft unerwartet vorkommt
- Wurst und Schinken (Milcheiweiß oder Laktose als Bindemittel)
- Brot, Brötchen und Laugengebäck
- Kartoffelchips mit Gewürz, Fertigpüree, Soßenpulver
- Margarine (manche Sorten mit Molke oder Buttermilch)
- Dunkle Schokolade (oft mit Spurenhinweis)
- Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel, die Laktose als Füllstoff enthalten können (fragen Sie Ihre Apotheke)
Ziegen-, Schaf- und Stutenmilch
Bei Kuhmilchallergie vertragen viele Betroffene auch Ziegen- oder Schafmilch nicht, weil sich die Eiweiße stark ähneln. Probieren Sie Alternativen nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Säuglingen mit Kuhmilchallergie gehört die Wahl der Spezialnahrung in die Hand der Kinderärztin oder des Kinderarztes.
Milchalternativen sinnvoll auswählen
Wer Milch meiden muss, greift oft zu Pflanzendrinks. Dabei gibt es einiges zu beachten:
- Andere Allergene: Mandel-, Hafer-, Soja- und Lupinendrinks enthalten jeweils eigene Hauptallergene. Haferdrink kann zudem Gluten enthalten, wenn er nicht als glutenfrei gekennzeichnet ist.
- Nährstoffe: Kuhmilch liefert Calcium, Jod und Eiweiß. Pflanzendrinks sind teils angereichert, teils nicht. Bei Kindern besprechen Sie die Auswahl mit der Kinderärztin oder einer Ernährungsfachkraft.
- Kennzeichnung: Rein pflanzliche Produkte dürfen in der EU in der Regel nicht als „Milch" verkauft werden, daher heißen sie „Drink". Ausnahmen wie „Kokosmilch" sind traditionelle Bezeichnungen und enthalten keine Kuhmilch.
- „Vegan" ist keine Allergenangabe: Ein veganes Produkt kann trotzdem einen Spurenhinweis auf Milch tragen, wenn es auf denselben Anlagen hergestellt wird.
Milch an der Theke
Fragen Sie bei loser Ware nach der Allergenliste. Butter steckt häufig in Croissants, Brezeln und Blätterteig, Milchpulver in Brötchen und Kuchen.
Sicherheit
Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion Adrenalin-Autoinjektor einsetzen und den Notruf 112 (Schweiz 144) wählen.
So hilft IngrediLens
Mit dem Filter „Milch" markiert IngrediLens nicht nur das Wort Milch, sondern auch Molke, Kasein, Caseinat, Laktose, Butterreinfett, Ghee und weitere Begriffe, auch auf Französisch, Italienisch oder Englisch, und zeigt Spurenhinweise gesondert. Mit Premium legen Sie Familienprofile an, etwa für ein Kind mit Kuhmilchallergie. Die Daten bleiben auf dem Gerät. IngrediLens ist kein Medizinprodukt und kann etwas übersehen: Prüfen Sie immer die Packung.
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Füge eine Zutatenliste ein und sieh, welche deiner Allergene und Spurenhinweise darin vorkommen.
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Halte die iPhone-Kamera auf die Zutatenliste und IngrediLens markiert deine gewählten Allergene und „Kann … enthalten“-Hinweise. Kostenlos starten, kein Konto, deine Daten bleiben auf dem Gerät.
Im App Store ladenHäufige Fragen
Ist laktosefreie Milch für Milchallergiker geeignet?
Nein. Laktosefreie Produkte enthalten weiterhin Milcheiweiß, das bei einer Milchallergie die Reaktion auslöst.
Enthält Milchsäure Milch?
Nein. Milchsäure (E 270) wird heute meist durch Fermentation pflanzlicher Rohstoffe gewonnen und ist kein Milcherzeugnis. Auch Kakaobutter und Kokosmilch sind keine Milch.
Was ist der Unterschied zwischen Milchallergie und Laktoseintoleranz?
Bei der Allergie reagiert das Immunsystem auf Milcheiweiß, das kann gefährlich sein. Bei der Intoleranz fehlt das Enzym Laktase, Milchzucker wird schlecht verdaut, was Verdauungsbeschwerden macht.
Kann ich bei Kuhmilchallergie Ziegen- oder Schafmilch trinken?
Häufig reagieren Betroffene auch darauf, weil sich die Eiweiße ähneln. Probieren Sie das nur nach Rücksprache mit Ihrer Allergologin oder Ihrem Allergologen.