Die 9 Hauptallergene in den USA: FALCPA und Sesam
Kurz gesagt: In den USA müssen neun Hauptallergene gekennzeichnet werden: Milch, Ei, Fisch, Krebstiere, Baumnüsse, Erdnüsse, Weizen, Soja und Sesam (seit 2023). Sie stehen in der Zutatenliste oder in einem „Contains“-Satz. Sellerie, Senf, Lupine und Weichtiere sind in den USA keine Hauptallergene, darauf sollten Sie bei US-Produkten und auf Reisen achten.
Wer in die USA reist, amerikanische Snacks im Asia- oder Importladen kauft oder online bestellt, trifft auf ein anderes Kennzeichnungssystem. Die USA kennen nicht 14, sondern neun Hauptallergene („major food allergens"), und sie werden anders dargestellt. Hier die Unterschiede im Überblick.
Die neun Hauptallergene
Der Food Allergen Labeling and Consumer Protection Act (FALCPA) von 2004 legte acht Allergene fest. Der FASTER Act von 2021 ergänzte Sesam als neuntes; die Pflicht gilt seit dem 1. Januar 2023.
- Milk (Milch)
- Eggs (Eier)
- Fish (Fisch), mit Angabe der Art, z. B. „cod"
- Crustacean shellfish (Krebstiere), mit Angabe der Art, z. B. „shrimp"
- Tree nuts (Baumnüsse), mit Angabe der Nuss, z. B. „almonds"
- Peanuts (Erdnüsse)
- Wheat (Weizen)
- Soybeans (Soja)
- Sesame (Sesam)
So sieht die Kennzeichnung aus
Die USA kennen keinen Fettdruck in der Zutatenliste. Stattdessen gibt es zwei erlaubte Varianten:
- „Contains"-Satz direkt nach oder neben der Zutatenliste, z. B. „Contains: Wheat, Milk, Soy".
- Klammer in der Zutatenliste, z. B. „flour (wheat)" oder „whey (milk)".
Wenn ein „Contains"-Satz vorhanden ist, muss er alle neun Hauptallergene aufführen, die im Produkt stecken. Prüfen Sie trotzdem auch die Zutatenliste.
Vergleich EU und USA
| Allergen | EU (LMIV) | USA (FALCPA/FASTER) |
|---|---|---|
| Glutenhaltiges Getreide | Ja (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer) | Nur Weizen |
| Krebstiere | Ja | Ja |
| Weichtiere (Muscheln, Tintenfisch) | Ja | Nein |
| Eier, Fisch, Milch, Erdnüsse, Soja | Ja | Ja |
| Schalenfrüchte / Baumnüsse | Ja, acht Arten | Ja, eigene FDA-Liste |
| Sesam | Ja | Ja, seit 2023 |
| Sellerie, Senf, Lupine | Ja | Nein |
| Sulfite | Ja (über 10 mg/kg) | Nicht als Hauptallergen |
Wichtig: Roggen, Gerste und Hafer werden in den USA nicht als Allergene ausgewiesen. Wer Zöliakie hat, muss die Zutatenliste deshalb auch auf „barley", „rye", „malt" und „oats" lesen. Die Angabe „gluten-free" ist dagegen geregelt: Die FDA erlaubt sie nur unter 20 ppm Gluten, also demselben Wert wie in der EU.
Was in den USA ebenfalls anders ist
Restaurants: FALCPA gilt für verpackte Lebensmittel. Für Restaurants gibt es keine bundesweite Allergenpflicht wie Art. 44 der LMIV. Fragen Sie aktiv nach und nutzen Sie eine Allergiekarte auf Englisch.
„May contain": Spurenhinweise sind auch in den USA freiwillig und nicht genormt. Formulierungen wie „Processed in a facility that also processes tree nuts" sagen nichts über die Menge aus.
Sesam-Nebenwirkung: Nachdem Sesam kennzeichnungspflichtig wurde, haben einige Hersteller Sesam bewusst ihren Produkten zugesetzt und deklariert, statt die Produktion zu trennen. Lesen Sie also auch bei vertrauten US-Produkten erneut.
US-Produkte in Europa
Lebensmittel, die in der EU verkauft werden, müssen den EU-Vorschriften entsprechen. Bei Importware wird oft ein deutschsprachiger Aufkleber mit Zutatenliste angebracht. Vergleichen Sie im Zweifel Aufkleber und Originaletikett: Wenn auf dem Original „Contains: Celery" fehlt, heißt das bei US-Ware nicht, dass kein Sellerie enthalten ist.
Typische US-Begriffe auf Zutatenlisten
Einige englische Begriffe tauchen auf amerikanischen Etiketten häufig auf und sind für Allergiker relevant:
- Whey, casein, caseinate, ghee, nonfat dry milk: Milch
- Albumen, egg white, dried egg: Ei
- Semolina, durum, farina, spelt, graham flour: Weizen
- Barley malt, malt extract, malt vinegar: Gerste (nicht als Allergen ausgewiesen)
- Tahini, benne seeds: Sesam
- Soy lecithin, edamame, tofu, textured vegetable protein: Soja
- Natural flavors: können verschiedene Bestandteile enthalten; Hauptallergene müssen trotzdem deklariert werden
Vor der USA-Reise
Bereiten Sie eine Allergiekarte auf Englisch vor und prüfen Sie Ihre Reisekrankenversicherung, da Behandlungskosten in den USA hoch sein können.
Sicherheit auf Reisen
Packen Sie für eine USA-Reise ausreichend Notfallmedikamente und ein ärztliches Attest ein. Der Notruf in den USA ist 911. Bei Anzeichen einer Anaphylaxie Adrenalin-Autoinjektor einsetzen und sofort den Notruf wählen.
So hilft IngrediLens
IngrediLens liest englische Etiketten ebenso wie deutsche und erkennt sowohl „Contains"-Sätze als auch Allergene in Klammern oder als Synonym in der Zutatenliste, etwa „whey" für Milch oder „barley malt" für Gerste. Für Restaurantbesuche gibt es eine kostenlose Allergiekarte in 15 Sprachen, darunter Englisch. Ihre Daten bleiben auf dem Gerät, ein Konto ist nicht nötig. Die App ist kein Medizinprodukt und kann etwas übersehen: Prüfen Sie die Verpackung immer selbst.
Zutatenliste auf Allergene prüfen
Füge eine Zutatenliste ein und sieh, welche deiner Allergene und Spurenhinweise darin vorkommen.
Kostenloses Tool öffnenEtiketten mit IngrediLens prüfen
Halte die iPhone-Kamera auf die Zutatenliste und IngrediLens markiert deine gewählten Allergene und „Kann … enthalten“-Hinweise. Kostenlos starten, kein Konto, deine Daten bleiben auf dem Gerät.
Im App Store ladenHäufige Fragen
Welche Allergene sind in den USA kennzeichnungspflichtig?
Milch, Eier, Fisch, Krebstiere, Baumnüsse, Erdnüsse, Weizen, Soja und seit 2023 Sesam.
Seit wann gilt Sesam in den USA als Hauptallergen?
Der FASTER Act von 2021 hat Sesam ergänzt. Die Pflicht gilt für Lebensmittel, die ab dem 1. Januar 2023 in Verkehr gebracht werden.
Werden Sellerie, Senf und Lupine in den USA gekennzeichnet?
Nicht als Hauptallergene. Sie stehen in der Zutatenliste, werden aber nicht besonders ausgewiesen. Auch Weichtiere und Sulfite zählen nicht zu den neun.
Gibt es in den USA Regeln für „May contain“?
Nein. Wie in der EU sind Spurenhinweise dort freiwillig und nicht genormt.